Kultur

11.10.2020: Florian Schroeder

Florian Schroeder. Foto: Frank Eidel

Veröffentlicht am 9. Oktober, 2020 | 12:04


Am Sonntag, 11. Oktober 2020, 16 Uhr + 19 Uhr, steht der Freiburger Paulussaal zwei Mal Kopf: Der Kabarettist Florian Schröder gibt sich und dem jeweils zwangsweise ausgedünnten Publikum in zwei Vorstellungen die Ehre. Denn: Es ist Zeit für einen Neustart – so sehr wie noch nie. 

Schroeder hält fest: Das Geschrei hat das Gespräch ersetzt, es gibt keine Freunde mehr, nur noch Feinde – und Opfer. Die Digitalisierung ist unsere Chance und doch schafft sie uns ab! Disruption und Revolution sind permanent geworden. Wir kennen alles und wissen nichts. ADHS ist keine Krankheit mehr, sondern die neue Digitalkompetenz.

Alles soll eindeutig sein und ist doch so paradox: Während wir mit Hochgeschwindigkeit der Apokalypse entgegenrasen, sehnen wir uns verzweifelt nach neuen Helden. Der neue Messias – dringend gesucht. Aber wehe, er ist dann doch nur ein Mensch. Die Welt ist oft genug untergegangen, drehen wir sie einmal auf links! Florian Schroeder drückt den Reset-Knopf.

An diesem Abend formatiert Schroeder die Festplatte neu – jenseits von Weltuntergang und Erlösungsversprechen, jenseits von Hysterie und Gleichgültigkeit, jenseits von Gut und Böse. Das Motto: Reflexion statt Reflexe.

Ein Virus hat gezeigt, was das unerreichte Ideal von Millionen selbsternannter Influencer weltweit war: viral zu gehen, die Menschheit zu infizieren – ganz ohne Anstrengungen. Und jetzt? Der Neustart wird kleiner, aber nicht enger; vorsichtiger, aber nicht ängstlicher; regionaler, aber nicht nationaler. Oder kommt doch alles anders?

Neustart ist ein Abend in Masken – Schroeder setzt sie auf – nicht, um uns zu schützen vor Infektionen, sondern um uns zu impfen mit dem Wahnsinn. Denn in jedem Wahnsinn liegt eine Wahrheit und jede Wahrheit braucht eine Spur Wahnsinn. Wenn auch viele „Game over“ schreien – Florian Schroeder setzt auf Neustart.

Info & Ticktes hier.

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