Kolumne Zett.

Deutschland geht viral

Foto: Adobe Stock.

Veröffentlicht am 12. März, 2020 | 09:07


Ein Kommentar von Arne Bicker / ZETT.-Magazin

Es ist wie Pacman in echt, und Deutschland geht viral: Influenzas haben das Sagen auf Youtube und anderen Kanülen, und wer aus Peking oder Mailand mit unhaltbarer Fluchtfrisur nach Deutschland zurückkehrt, sollte erst mal vorsorglich für zwei Wochen in Migräne gehen. Da stöhnt der Wuhanbürger und die Bundesliga wundert sich: Sag mir wo die Massen sind, wer hat sie vertrieben?

Was Greta Thunberg nicht geschafft hat, schafft der chinesische Aktivist Winz Ling im Handumdrehen: Flugverkehr und Kreuzfahrten halbiert, von jetzt auf gleich, CO2 entsteht nur noch durch Seufzen, und als Grund wird, wer hätte das gedacht, ein Einsehen genannt. Auf die Machtdemonstrationen von Coronas for Future hören sie alle, da kuschen sogar die Profis von der FDP und die Angst erzittert erbittert vor sich selbst.

An Halloween gehen die Volksvorräter und Selbstabholer als toilettenpapierumwickelte Mumien auf die Straße und sehen sich vor, dass sie nicht zum Ablauf des Verfallsdatums am Hamsternudelsalat ersticken. Zum Geburtstag laden wir, um nicht im Knast zu landen, keinesfalls mehr als 999 Gäste ein und singen schon vorher täglich mehrfach beim Blick in den Spiegel Happy Birthday.

Ein Hoch auf uns, ein Tief über der Welt, und die Zeugen des Sofas haben es eh schon immer gewusst: Erstarret, denn der Atem des Todes weht aus dem Mund des Nächsten, das Fernweh ist gegessen und das Fernsehen versessen Angst zu verbreiten und nicht zu bestreiten, dass alles doppelt so schlimm ist oder wenigstens wird. Ladet den Wagen auf und macht euer Teslament, denn schon der Seppl vom Herberg wusste: Nach der Virusschlacht ist vor dem Hermannsdenkmal!

Die Teutonentrutzburg steht als Männlein im Walde, im Dill und krumm, und singt: Ach wie gut dass niemand weiß, dass ich in die Hosen scheiß. Wir zischen das Fazit: Wer weiß wozu’s gut ist, das wird schon wieder, aber vielleicht auch nicht, denn irgendwas ist ja immer, man muss das schließlich als Ganzes sehen und es könnte ja auch sonstwas sein.

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