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Digitaler Wandel Stadtbibliothek Freiburg
Die Stadtbibliothek Freiburg. Foto: Arne Bicker

Veröffentlicht am 4. Mai, 2018 | 11:17


Die Freiburger Stadtbibliothek stellte am 4. Mai ihren Jahresbericht für das Jahr 2017 vor. Demnach wurden insgesamt 1.495.744 Medien ausgeliehen und 541.712 Besuche verzeichnet. 25.019 Personen haben einen Leseausweis erworben. Der Anteil an der Bibliotheksnutzung zwischen Frauen und Männern liegt seit Jahren konstant bei 63 – 64 zu 36 – 37 Prozent – altersübergreifend.

Die „Onleihe“ genannte Ausleihe digitaler Medien wie E-Books und EJournals ist mit 142.503 Downloads die ausleihstärkste „Zweigstelle“. Im vergangenen Jahr hat sie schon 9,5 Prozent (2016: 7,7 %) aller Ausleihen ausgemacht, bei einem vergleichsweise bescheidenem Bestand von 15.703 (2016: 13.444) Medien.

Die Medienzusammensetzung blieb gegenüber 2016 im Wesentlichen gleich: 66 Prozent Bücher, 34 Prozent Non-Book-Medien wie Noten, Zeitschriften, Karten, Spiele. 20 Prozent der Medien sind elektronisch (Musik-CDs, DVDs, Literatur-CDs etc.), sie machen 44 Prozent der Ausleihen aus.

Ein Hauptprojekt der Freiburger Stadtbibliothek betrifft den Ausbau einer „Digitalen Strategie an allen Standorten“. So gibt es In der „Infothek“ im ersten Geschoss der Hauptstelle am Münsterplatz einen 3D-Drucker, dessen Einsatzmöglichkeiten sich unter anderem in der Medizin, Architektur, Kartengestaltung für Blinde usw. rasant entwickelt. Bibliotheksmitglieder können auf dem „Ultimaker-Drucker“ kostenlos eigene Modellvorlagen ausdrucken.

Mit einer „Oculus Rift“ 3D-Brille bietet die Infothek zudem virtuelle Welten zum Erkunden an. An festen Terminen werden die Möglichkeiten einer solchen VR-Brille (Virtual Reality) vorgestellt und zum Testen und Spielen angeboten. Für Erwachsene finden weiterhin Einführungen in die Nutzung digitaler Medien statt. Der Schwerpunkt einer „eReader-Sprechstunde“ liegt dabei auf der „Onleihe“. An festen Terminen erhalten Interessierte Hilfestellung in der Handhabung ihrer eigenen Geräte und können sich allgemein über die digitale Welt informieren.

Im Jahr 2017 stieg die Bibliothek zudem in das „E-Learning“ ein. Dies ist eine zukunftsorientierte Lernform im Rahmen des lebensbegleitenden Lernens. Der deutsche Bibliotheksverband hat der Stadtbibliothek Laptops und Lizenzen des Sprachlernprogramms „LinguaTV“ spendiert. E-Learning-Kurse sind ein attraktives zusätzliches Angebot zur Sprachförderung.

Außerdem wurde die Kinder- und Jugendbibliothek neu gestaltet; die Buchbestände für die frühkindliche Bildung ab drei Jahren wurden aufgestockt, die Kinder-Homepage erhielt ein zeitgemäßes Aussehen und die Ausstattung mit mobilen Geräten wurde angeschoben. Gerade das 2016 gestartete Projekt „Sprachenfabrik in der Bibliothek“ hat die Digitalisierung voran gebracht. Dank der Anschaffung von 10 Tablets kann die „Stabi“ jetzt „Tablet-Rallyes“ anbieten; damit stellen die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen ihre Lieblingsbücher kreativ vor.

Hinzu kommen Spielenachmittage mit Konsolen in einem betreuten Rahmen, Roboter- und Programmier-Nachmittage, ein Mario-Kart-Turnier oder das Ausprobieren der Virtual Reality Brille. Zwei Tablets stehen zudem an allen Tagen zur freien Verfügung. Elisabeth Willnat, Leiterin der Stadtbibliothek, fasste in der Hauptstelle am Münsterplatz zusammen: „Wir wollen die Aufenthaltsqualität in unseren Bibliotheken weiter erhöhen.“

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