Kultur

Freiburg: Betretungsverbot für öffentliche Orte

Duft-Drücker wie dieser in Freiburger Einkausstraßen sind ab Samstag tabu. Foto: Karin Jägle

Veröffentlicht am 19. März, 2020 | 19:44


Es ist so etwas wie die Vorstufe zu einer Ausgangssperre: Die Stadt Freiburg erlässt ab Samstag, 21. März, bis zum 3. April, vorerst für zwei Wochen ein „Betretungsverbot für öffentliche Orte“. Mit dieser Maßnahme will die Stadtverwaltung die Ausbreitung des Corona-Virus eindämmen. Die Entscheidung traf  Oberbürgermeister Martin Horn am Donnerstag. Anlass sei die dramatische Lage in der angrenzenden Region Grand-Est, zu der auch das Elsass gehört.

Freiburg und die Region lägen in einer besonders gefährdeten Region, auch die benachbarte Schweiz sei stark betroffen, heißt es in der offiziellen Mitteilung der Stadt. OB Horn: „Der Blick zu unseren Nachbarn in Frankreich zeigt, wie rasant sich die Situation verschlimmern kann. Dort sterben immer mehr Menschen. Uns ist bewusst, dass diese schwerwiegende Entscheidung deutliche Einschränkungen auf das Leben der Freiburgerinnen und Freiburger haben wird. Aber nach dem  heutigen Stand muss der Schutz der Bevölkerung vor allen anderen Erwägungen Vorrang haben. Ich appelliere an die Vernunft aller Freiburgerinnen und Freiburger, sich an das zweiwöchige Betretungsverbot für öffentliche Orte zu halten.“

In Freiburg ist die Zahl der infizierten Personen (Stand 19.03.2020, 7 Uhr) auf 126 angestiegen. Hinzu kommen im benachbarten Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald weitere 121 Personen. Im nur rund 25 Kilometer von Freiburg entfernten Elsass ist die Lage bezüglich Corona-Infektionen und Covid-19-Erkrankungen dramatisch: Die vorhandenen Plätze auf den Intensivstationen der Krankenhäuser sind voll belegt. In der GrandEst-Region sind 61 Menschen an der Erkrankung verstorben.

Das Betretungsverbot für öffentliche Orte sei nun ein weiterer Schritt zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger, um die Epidemie zu begrenzen. Immer wieder hätten Menschen sich nicht an die bisherigen Allgemeinverfügung gehalten, so die städtische Mitteilung, und ihre Kontakte zu anderen nicht eingeschränkt: „Gerade bei den frühlingshaften Temperaturen verbringen viele Bürgerinnen und Bürger ihre Freizeit im Freien auf öffentlichen Plätzen, in Parks und  Grünanlagen. Der empfohlene Abstand zwischen den Menschen wird dabei häufig nicht eingehalten.“

Weiter heißt es: „Das Haus oder die Wohnung soll nur noch für dringende Angelegenheiten verlassen werden. Und wer sich im Freien aufhalten möchte, darf das nur allein, zu zweit oder mit den Personen, die im eigenen Haushalt leben. Von allen anderen Personen ist ein Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten. Personen können aber weiterhin zur Arbeit oder zum Arzt gehen sowie Lebensmittel einkaufen. Die gegenwärtigen Beschränkungen gelten vorerst für zwei Wochen.“

 

Am Beliebtesten

Nach oben
X