Kultur

Neue Initiatve für Künstler

Grafik: Andreas Töpfer

Veröffentlicht am 19. März, 2020 | 12:51


In Freiburg hat sich aufgrund der Corona-Krise eine Initiative mit dem Namen „Kultur macht reich“ gegründet. Ihr Appell lautet: „Vergesst die freien Künstler*innen nicht!“ Viele freiberufliche Künstlerinnen und Künstler lebten ohnehin häufig am Rand des Existenzminimums, schreibt die Initiative in einer Mitteilung, und durch die derzeitige massenhafte Absage von Veranstaltungen drohten sie „über diesen Rand gestoßen zu werden“.

Es geht um gesetzliche Regelungen für Verdienstausfall, Quarantäne, wegfallende Einkommen. Viele Künstler seien nicht in der Lage, einen oder zwei Monate ohne Einnahmen zu überbrücken. Auch kleine Kultureinrichtungen wie privat getragene Theater oder Tanzhäuser stünden durch die zeitlich unbestimmte Schließung ihrer Einrichtungen vor einem plötzlichen Wegfall aller Einnahmen und seien in ihrem Fortbestand akut bedroht.

Die Initiative „Kultur macht reich“ richtet deshalb einen Appell sowohl an Kultur-Veranstalter wie auch an die politisch Verantwortlichen.

An die politisch Verantwortlichen für die Bereiche Kunst und Kultur der Stadt Freiburg:

„Treten Sie in einen fürsorglichen Dialog mit den Freischaffenden und Solo-Selbstständigen in den Bereichen Kunst und Kultur in unserer Stadt. Suchen Sie nach Möglichkeiten konkreter und finanzieller Unterstützung, um die nachweislichen Verdienstausfälle zu kompensieren. Bieten Sie Beratungsmöglichkeiten für Entschädigungen und Überbrückungen. Fordern Sie die von Ihnen geförderten und getragenen Institutionen zu einem fürsorglichen und solidarischen Verhalten gegenüber den frei und selbstständig schaffenden Künstlerinnen und Künstlern auf. Bleiben Sie auch mit den kleinen und privaten kulturellen Einrichtungen in Kontakt, damit ihr Überleben in der Krise gesichert werden kann. Seien Sie sich bei Ihren Entscheidungen der Tatsache bewusst, in welcher Weise sie die Existenz der freien Szene in dieser Stadt betreffen.“

An die produzierenden und veranstaltenden Kultureinrichtungen:

„Bitte sagen Sie Veranstaltungen nicht ab, ohne mit den dafür engagierten Künstlerinnen und Künstlern in einen fürsorglichen Dialog zu treten. Prüfen Sie alle Möglichkeiten, die vereinbarten Honorare als Vorschuss zu bezahlen, da es für Sie leichter ist, über die entsprechenden Fonds und Notlösungen entschädigt zu werden, als für die einzelnen Künstlerinnen und Künstler. Prüfen Sie alle Möglichkeiten, künstlerische Prozesse und Probenstände nicht einfach abzubrechen, sondern nach der Unterbrechung verantwortlich weiterzuführen. Seien Sie sich der Tatsache bewusst, was es für freischaffende Kolleginnen und Kollegen neben den existentiellen Fragen bedeutet, keine verbindliche Perspektive über den Zeitpunkt einer möglichen Fortsetzung der Arbeit zu haben. Insofern wir für Einrichtungen, die das kulturelle Leben in dieser Stadt mitgestalten, verantwortlich sind, fühlen wir uns der beschriebenen Haltung verpflichtet.“

Die Köpfe hinter der Initiative „Kultur macht reich“ sind Martin Bruch und Josef Mackert (Sprecher der Initiative) sowie Peter Carp, Rüdiger Bering, Heinrich Dietz, Jürgen Eick, Julia Galandi-Pascual, Daniel Gelbke, Hans-Georg Kaiser, Sonja Karadza, Christine Litz.

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