Kulturreport

90 Sofias und Noahs: Geburtenrekord in Freiburg

Jetzt veröffentlicht: Die Freiburger Standesamtsstatistik 2018.

Statistiken sind oft eine dröge Sache, doch in jener des Freiburger Standesamtes lassen sich sehr unkompliziert gesellschaftliche Tendenzen ablesen – so auch im gerade veröffentlichten Zahlenwerk für das Jahr 2018: Die Zahl der Eheschließungen ging etwas zurück, Geburten und Sterbefälle häuften sich, und mehr Menschen als je zuvor entschieden sich für einen Kirchenaustritt.

5.555 beurkundete Geburten – mit dieser Schnapszahl wurde der Rekord des Jahres 2017 (5540) übertroffen. Die Freiburger Standesamtsleiterin Dominique Kratzer registrierte hierbei, dass – wie schon in den Jahren zuvor – mehr Jungen (2.898) als Mädchen (2.657) in Freiburg das Licht der Welt erblickten. 109 Zwillingsgeburten wurden beurkundet, wobei ein Zwillingspaar an zwei verschiedenen Tagen geboren wurde: Ein Kind kam kurz vor Mitternacht auf die Welt und sein Geschwisterchen in der ersten Minute des nächsten Tages. Ein Ehepaar bekam nach 2010 nun nochmals Zwillinge.

Der Freiburger „Geburtstag des Jahres“ war der 12. Juli 2018: Mit 31 Neugeborenen war es der geburtenstärkste Tag. Deutlich ruhiger ging es in den Kreißsälen am 6. Januar und am 5. Juni zu, an beiden Tagen wurden nur je 6 Kinder geboren. Die jüngste Mutter, war 15, die älteste 47 jahre alt. Bei den häufigsten Kindervornamen machten wie schon im Vorjahr „Sofia“ und „Clara“ bei den Mädchen das Rennen; bei den Jungs verwiesen „Noah“ und „Luca“ die 2017er-Hits „Paul“ und „Ben“ auf die Plätze (s. großes Bild oben).

2018 wurden in Freiburg 1.123 Ehen geschlossen, 61 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der gleichgeschlechtlichen Ehen lag bei 88 – 54 weibliche und 24 männliche Paare. Acht Trauungen fanden unter eher ungewöhnlichen Umständen in der Klinik (5) und im Gefängnis (3) statt. 19 Frischvermählte waren über 70 Jahre alt,  zwei jenseits der 80, und sogar ein 90-Jähriger gab das Ja-Wort. Der größte Altersunterschied zwischen Partnern lag bei 40 Jahren. 66 Prozent der Brautpaare entschied sich für einen gemeinsamen Ehenamen entschieden, traditionell meist für den des Mannes (88 Prozent). In 111 Fällen wurde dem Ehenamen der bisherige Name hinzugefügt und in 380 Fällen hat jeder Ehepartner seinen eigenen Namen behalten.

1642 Menschen haben 2018 auf dem Freiburger Standesamt den Austritt aus der Kirche bekundet, das sind mehr als je zuvor, sogar der Rekord von 2014 mit 1613 Personen ist damit überschritten. Bei der katholischen Kirche ist ein Austrittsplus von 245 Personen, bei der evangelischen Kirche von 91 Personen zu verzeichnen. Der Anteil der Katholiken an der Gesamtaustrittszahl ist mit 59 % höher als bei denen, die der evangelischen Kirche (40%) den Rücken kehrten.

Am Beliebtesten

Nach oben
X