Kultur

Porn-Startup produziert ersten Film

Die Freiburger Studis Kira Kurz und Leon Schmalstieg setzen sich für eine ausgewogene Ponrographie ein. Foto: feuer.zeug

Veröffentlicht am 19. November, 2018 | 15:22


Das studentisches Porn-Startup „feuer.zeug“ aus Freiburg produziert gerade einen pornographischen Kurzfilm mit feministischem Ansatz. Aus dem Blickwinkel „fair.feminist.freiburg-based“ wollen die beiden Freiburger Studenten Kira Kurz (24) und Leon Schmalstieg (23) „durch einen verantwortungs- und respektvollen filmischen Umgang mit Sexualität einen Gegenentwurf zur aktuellen Internet-Porno-Industrie vorantreiben“.

Kira Kurz (Global Studies) hatte bereits Sexualaufklärung in Vorbereitungsklassen gemacht und Leon Schmalstieg (Medienkulturwissenschaft) eine Seminararbeit zum Thema verfasst. Vor diesem Hintergrund entstand dann irgendwann die Idee zu sex-positiv-feministischen Porno-Drehs. Während die beiden mit ihrer Startup-Idee bei manchen einschlägigen Finanzierungswettbewerben gar nicht erst zugelassen wurden, signalisierte das Startup-Förderprogramm des Freiburger Grünhofs Unterstützung zumindest im organisatorischen Bereich.

Mit einem insgesamt 13-köpfigen Team ging es nach mehreren online gestarteten Casting-Durchläufen auf der Suche nach einem passenden Darstellerpärchen schließlich zur Sache: Im bescheidenen Rahmen eines Gesamtbudgets von 1.000 Euro und mit zwei ‚ehrenamtlichen‘ Darstellern aus einer Stadt in Hessen wurde Anfang Oktober ein erster Kurzfilm gedreht, der sich zur Zeit in der Postproduktion befindet. „Das ist bis jetzt ein komplett ehrenamtlich getragenes Projekt“, erzählt Kira Kurz am Telefon. „Man könnte das am ehesten als ein studentische Filmkollektiv bezeichnen; aber unser Ziel ist es, später ein Unternehmen zu gründen.“

Noch sind die beiden Filmemacher weit von diesem Ziel entfernt. Aber das könnte sich bald ändern. Wenn alles gut läuft, soll der Film Mitte Dezember in Freiburg Premiere feiern und daraufhin auch käuflich zu erwerben sein. Für die Angehörigen, speziell die Eltern der beiden jungen Studenten, sei dies kein Problem, versichert Kurz: „Unsere Eltern unterstützen uns voll. Die sehen das eher entspannt.“

Das Mantra: „Wir arbeiten mit fairen, klaren Absprachen und nach feministischen Kriterien“, so die jungen Filmemacher über ihre Arbeit. Für den ersten Kurzfilm hat das Team in Freiburg nach eigenen Angaben fleißig Locations gescoutet, „Shotlists“ gezeichnet, „Moodboards“, ein „Setdesign“ und einen finalen Drehplan erarbeitet. Entstanden sind dann Drohnenaufnahmen des herbstlichen Schwarzwalds, „roadtripmäßige“ Dialogszenen und eben auch schöne Bilder bei den expliziten Szenen des pornographischen Kurzfilms.

Wichtig während des Drehs sei es gewesen, neben der Produktivität auch eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, so die Macher: „Alle Beteiligten und insbesondere die Darsteller sollten sich wohl fühlen und Spaß an der ganzen Sache haben. Und wir können sagen, dass das auf jeden Fall geklappt hat.“

Der Produktionsname „feuer.zeug“ kam übrigens Leon Schmalstieg spontan über die Lippen, weil der Begriff die Hitze als Konnotation zum Sex beinhaltet – und sich zugleich problemlos auf T-Shirts drucken lässt, „ohne dass man gleich merkt, worum es geht“.

Drehort

 

Am Beliebtesten

Nach oben
X