Kultur

Stadtbib verzeichnet 80 % Digital-Plus

Sie ist die oberste Hüterin zahlloser Wissensschätze: Dr. Elisabeth Willnat, Leiterin der Freiburger Stadtbibliothek. Foto: Arne Bicker

Veröffentlicht am 7. Juli, 2020 | 22:29


Ein Ort in Freiburg, an dem die Digitalisierung besonders deutlich zu spüren ist, ist die Freiburger Stadtbibliothek mit ihrer Hauptstelle am Münsterplatz und den drei Filialen in den Stadtteilen Haslach, Rieselfeld und Mooswald: Die Zahl der Personen, die nur die ‚Onleihe‘ (E-Books online) nutzen, stieg innerhalb des letzten Jahres um 80 Prozent. Dr. Elisabeth Willnat, Leiterin der Freiburger Stadtbibliothek, nennt das „eine virtuelle Zweigstelle“.

Im April 2019 hatte Willnat gemeinsam mit Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach in einer Delegation der Kulturstiftung des Bundes im dänischen Aarhus die dortige Stadtbibliothek besucht, die als großräumiger Ort der Begegnung und der Kultur „weit über das Thema Bücher hinaus“ (Willnat) visionäre Zeichen in Sachen Zukunft setzt. Die Delegation hatte angesichts des großzügigen Raum- und Freizeitangebots „sogar mit eigenen Kinderwagen-Stellplätzen“ (von Kirchbach) große Augen gemacht.

Doch auch die Freiburger Stadtbib muss sich nicht verstecken: Mit der neuen Digitalstrategie und deutlich über einer halben Million Bibliotheksbesuchen 2019 sowie rund 1.5 Millionen Ausleihen steht die Einrichtung blendend da. Und was viele Freiburger – und sogar viele Bibnutzer gar nicht wissen – das Angebot jenseits der reinen Buch-, E-Book-, CD- oder Notenausleihe wächst und gedeiht in vielerlei Richtungen.

So bietet die Freiburger Stadtbücherei (40 Mitarbeiter / 4 Millionen Euro Jahresetat) direkten Kontakt zu 3D-Druckern (Prusa i3 MK3 / Ultimaker 2) und -Scannern, zu Bee-Bots (Bienenrobotern), MakeyMakey oder Kosmos-Experimentierkästen, Virtuel-Reality-Brillen. Dazu gibt Leseveranstaltungen, digitale und analoge Spieleabende, Tablet-Nutzung, ein breites Beratungsangebot u.a. zur PC-Nutzung zum Beispiel für Senioren oder E-Reader-Sprechstunden. Hinzu kommen E-Learning-Deutschkurse, ein Sprach-Café, ganz aktuell der Abi-Scout vom 13. bis 28. Juli, Ausstellungen und Medienpräsentationen.

Übrigens: In der Hauptstelle und den Zweigstellen Haslach und Rieselfeld liegen auch die kostenlosen ZETT.-Kulturmagazine aus dem Zypresse-Verlag in eigenen Aufstellern aus. Darin enthalten sind viele Bücher- und Mediathekenempfehlungen sowie Lesetipps von Freiburger Stadtbibilothekarinnen und -bibliothekaren.

Ganz besonders greifbar wird die digitale Strategie in diesem Jahr 2020 durch die kostenlose Nutzung der Online-Plattformen „Freegal Music“ (Streaming und Downloads von über 15 Millionen Songs), „Naxos Music Library“ (klassische Musik und Jazz),  „Filmfriend“ (Arthouse-Kino, Serien, Dokus, Kindersendungen) und die Rechercheplattform „Genios eBib“ (bundesweites Zeitungs- und Zeitschriftenarchiv, unter anderem auch mit Artikeln der ‚Badischen Zeitung‘) für alle Mitglieder.

ZETT. meint: Besser kann man 15 Euro Jahresbeitrag für Erwachsene (Kinder frei) nicht anlegen.

https://www.freiburg.de/pb/266131.html

 

 

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