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TV-Dokus: Supermächte

Eine dreiteilige Doku-Reihe im ZDF heftet sich den neuen Supermächten an die Spur. Grafik: ZDF / Jan Schulz

Veröffentlicht am 26. Juli, 2018 | 10:25


Die Weltordnung scheint aus den Fugen. Die Konstellation der großen Mächte ist kaum mehr berechenbar. Eine neue dreiteilige Doku-Reihe der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte mit dem Titel „Supermächte“ widmet sich dem wechselvollen Kräftespiel der mächtigsten Staaten der Welt: China, USA und Russland. 

Die wichtigsten „Player“ der internationalen Architektur bestimmen ihre Position neu und damit ihren globalen Einfluss. Die dreiteilige Doku versucht eine aktuelle Standortbestimmung, schaut dabei aber auch zurück in die Geschichte, in die Vergangenheit des Strebens nach Weltgeltung.

„Supermächte – Angst vor China?“

„Supermächte – America first?“

„Supermächte – Russlands Rückkehr?“

Die Autoren richten den Blick auf China, die USA und Russland und ziehen Vergleiche: Was ist beim Ranking entscheidend? Sind es klassische Maßstäbe wie militärische Überlegenheit, Wirtschaftskraft, hohe Bevölkerungszahl und technischer Vorsprung? Oder werden andere Faktoren wichtiger wie Führungsstärke nach innen und außen, Innovationskraft, Vorbildfunktion, Bildung globaler Allianzen, Sicherung von Ressourcen, hohe Investitionsraten? Und wie steht es um die Motivation, den Willen, Weltmacht zu sein?

Der Fokus der Filme richtet sich auch auf Europa. Denn es ist betroffen vom Kräftespiel der Mächte, etwa wenn sich EU- und NATO-Mitglieder nur noch bedingt auf Sicherheitszusagen der USA verlassen können, wenn transatlantische Standpunkte in wichtigen Fragen wie Klima-, Handels- und Sicherheitspolitik weiter auseinanderdriften.

Die Europäer sind auch herausgefordert, wenn China als führende Großmacht Asiens erklärt, wirtschaftlich, technisch und militärisch an die Weltspitze gelangen zu wollen, und das in einem Tempo, das, neben all den Chancen der Zusammenarbeit, einen harten Verdrängungswettbewerb um Ressourcen und Weltmarkt-Anteile befürchten lässt. Und was meint US-Präsident Trump, wenn er behauptet, unsere Welt sei eben „keine globale Gemeinschaft, sondern eine Arena“?

Zentrales Anliegen der Doku-Reihe ist es laut ZDF, „das oft verwirrende Kräftespiel der Supermächte auszuloten, mit Blick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.“ Der Europäischen Union – wirtschaftlich zumindest eine Großmacht – hat das ZDF dabei keinen eigenen Film gewidmet, dafür „wird ihre Rolle in jeder der drei Dokumentationen gespiegelt“. Dabei wird deutlich, welchen Herausforderungen sich der Staatenverbund der Europäer in der neuen Konstellation der Mächte stellen muss.

Die Reihe zeigt zudem, wie die EU auch bei der Handelspolitik in Zugzwang gerät, vor allem, ihre ökonomische Macht in einer gemeinsamen Haltung zu bündeln und dabei Entschlossenheit gegenüber den USA und China zu zeigen. Peking will vor Augen führen, dass die liberale Demokratie für China kein Vorbild ist. Der rasante wirtschaftliche und technische Aufschwung im Reich der Mitte soll demonstrieren, dass die zentral dirigierte „sozialistische Marktwirtschaft“ der effizientere, tragfähigere und zielstrebigere Weg in die Zukunft sein kann.

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