Kultur

Meldezettel in Freiburg

Krisenzettel der Freiburger Gastronomie zum Ausfüllen. Foto: Arne Bicker

Veröffentlicht am 18. März, 2020 | 14:42


Mittwochmittag in der Stadt. Die Sonne scheint, der Frühling kommt, die meisten Cafés und Geschäfte sind geschlossen. Lediglich Speiserestaurants mit weniger als 50 Plätzen haben geöffnet. Wer hier Platz nimmt, muss noch vor der Bestellung einen Zettel ausfüllen mit Datum, Uhrzeit, Name, Anschrift und Telefonnummer.

Sollte sich nachträglich herausstellen, dass man zur gleichen Zeit hier war wie ein Corona-Infizierter, so erwarten den Besucher Abstrich und / oder Hausarrest. Und ganz ehrlich, wer möchte schon gern in der langen Autoschlange am Messplatz warten, an deren Kopf Abstriche durchs Seitenfenster vorgenommen werden?

Und wieder suche ich das Gute in der Krise: Die Menschen sind ruhig, wirken zuversichtlich, wach, konzentriert, gehen spazieren, halten Abstand. Auf dem Platz der alten Synagoge läuft eine Rollschuhläuferin zwischen weit verteilten, songenhungrigen Steinplattenhockern herum. In den Gesprächen dreht es sich oft um die noch völlig offene Frage: Bekommen wir eine Ausgangssperre wie in Italien, Frankreich, Spanien, Österreich und Belgien?

Hier die aktuell gültigen (Mittwoch, 18. März, 15 Uhr) Anweisungen der Landesregierung:

Offen bleiben:
Einzelhandel für Lebensmittel,
Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste,
Getränkemärkte,
Apotheken,
Sanitätshäuser,
Drogerien,
Tankstellen,
Banken und Sparkassen,
Poststellen,
Frisöre, Reinigungen, Waschsalons,
der Zeitungsverkauf,
Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte sowie der Großhandel
Hofläden und Raiffeisenmärkte
All diese Verkaufsstellen können jetzt auch am Sonntag und Feiertag geöffnet werden.

Alle weiteren Verkaufsstellen des Einzelhandels, die nicht zu den oben genannten Einrichtungen gehören, werden geschlossen.

Der Betrieb von Gaststätten wird grundsätzlich untersagt.

Vom Verbot ausgenommen sind allerdings Gaststätten, die Speisen und Getränke anbieten…
…sowie Mensen, wenn sichergestellt ist, dass die Plätze für die Gäste so angeordnet werden, dass ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen den Tischen gewährleistet ist, Stehplätze so gestaltet sind, dass ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen den Gästen gewährleistet ist. Die Gaststätten dürfen frühestens ab sechs Uhr geöffnet und müssen spätestens ab 18 Uhr geschlossen werden.

Der Betrieb folgender Einrichtungen wird untersagt: 
Kultureinrichtungen jeglicher Art, insbesondere Museen, Theater, Schauspielhäuser, Freilichttheater, Bildungseinrichtungen jeglicher Art, insbesondere Akademien und Fortbildungseinrichtungen, Volkhochschulen, Kinos, Schwimm- und Hallenbäder, Thermal- und Spaßbäder, Saunen, alle öffentlichen und privaten Sportanlagen und Sportstätten, insbesondere Fitnessstudios, und ähnliche Einrichtungen, Volkshochschulen und Jugendhäuser, öffentliche Bibliotheken, Vergnügungsstätten, insbesondere Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen, Prostitutionsstätten, Bordelle und ähnliche Einrichtungen
Eisdielen, Bars, Shisha-Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen, Messen, Ausstellungen, Freizeit- und Tierparks sowie Anbieter von Freizeitaktivitäten (auch außerhalb geschlossener Räume), Spezialmärkte, Öffentliche Spiel- und Bolzplätze.

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