Kulturreport

Weniger Autos, mehr Straßenbahn

Und hoch die Tassen: Die neue Stadtbahnlinie wurde bejubelt - fast wie im wilden Westen. Foto: Arne Bicker

von Arne Bicker

Seit Samstag, 16. März 2019, befährt in Freiburg eine Straßenbahn den Rotteckring zwischen Theater und Universität. Vier Jahre lang war an der 1.966 Meter langen Strecke gewerkelt worden. „Das ist das größte Freiburger Infrastrukturprojekt der Nachkriegsgeschichte“, kommentierte Oberbürgermeister Martin Horn das vollbrachte Werk. Landesverkehrsminister Winfried Hermann erklärte von der Festaktbühne herunter: „Hier wurde aus einem Autobahnrting ein Lebensqualitätsring gemacht.“

Tatsächlich entlastet die Neubaustrecke der Linie 5 von der Kronenstraße bis zum Europaplatz die straßenbahnmäßig arg gebeutelte Kaiser-Josef-Straße und betont den Flaniermeilencharakter des neu gestalteten Rotteckrings. Unter den rund 3.000 Menschen, die das bunte Treiben zur Trasseneröffnung verfolgten, gab es nur wenige negative Stimmen, die zum Beispiel einer Linie direkt am Bahnhof auf der Bismarckallee den Vorrang gegeben hätten. Eine überwiegende Mehrheit, so der Eindruck, lobte die neuen Fahrtziele und Umweltschutzaspekte der zusätzlichen Innenstadtbahn.

Für die neue Rottecklinie wurden 460 Tonnen Schienenstahl sowie 7.000 Quadratmeter Gleisrasen verbaut; es gibt 16 neue Weichen und zehn Gleiskreuzungen. Die Stadtbahnlinie 5 fährt vom Rieselfeld kommend wie bisher alle 7,5 Minuten durch Haslach, folgt nun aber nach der Haltestelle „Heinrich-von-Stephan-Straße“ der Kronenstraße und fährt nach der Kronenbrücke über Wertmannstraße, Rotteckring und Fahnenbergplatz zur neuen Endhaltestelle Europaplatz (früher Siegesdenkmal). Von dort geht die Fahrt zurück in Richtung Rieselfeld.

Krasses Ding: Mehrere Erwachsene zerrten an einem auf einem Rollbrett angeschraubten Hebel. Foto: Arne Bicker

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