Kultur

„werther.live“: Goethe geht wieder online

Jonny Hoff als Werther und Klara Wördemann als Lotte S. live. Screenshots: Theaterprojekt werther.live

Veröffentlicht am 18. Januar, 2021 | 18:00


Das digitale Theaterstück „werther.live“ geht in eine weitere Runde: Nach der erfolgreichen Premiere am 5. November 2020 (wir berichteten) erhielt das rein digital konzipierte und von den Kulturämtern Freiburg und Karlsruhe geförderte Stück inzwischen den „Deutschen Multimedia-Preis 2020“. Nun haben die jungen Theatermacher beschlossen, in die Verlängerung zu gehen und einige Zusatztermine zu spielen: Am 20. und 29. Januar, 4., 5. und 27. Februar sowie 4. März 2021, jeweils um 20 Uhr.

Das Konzept:  Der traditionsreiche Stoff „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe funktioniert auch und gerade im Internet. Schauspieler und Zuschauer sitzen allesamt an unterschiedlichen Orten in Österreich und Deutschland und finden ausschließlich online zusammen. Theater wird mit Social Media und Spielfilm-Elementen fusioniert: Ebay statt Tanzball, Zoom statt Spaziergang im Wald. Das geschieht nicht nur inhaltlich, sondern auch praktisch.

Als Zuschauer sieht und hört man alles, was auf Werthers Bildschirm passiert. Das Publikum taucht ein in Werthers virtuelles Handeln: Chats, Sprachnachrichten, Musikvideos, Fotos, Gifs und Videocalls. „werther.live“ ist kein Stück, das lediglich digital adaptiert wurde, keine abgefilmte Bühne. Vielmehr wird der digitale Raum selbst zur Bühne – in Echtzeit.

Dabei handelt es sich um eine Online-Aufführung mittels Screen-Capturing (Bildschirmübertragung). Die Streams treffen in der technikzentrale des Online-Theaters im Freiburger Stadtteil Rieselfeld zusammen. Regisseurin Cosmea Spelleken entscheidet, wann der „Vorhang“ auf- und zugeht und wann Umbaupausen sind. Der Stream geht dann auf die Webseite, wo er via YouTube für alle Live-Zuschauer eingebettet ist.

Tickets, Infos, Hintergründe: www.werther-live.de

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