Mediatheken

ZDF gebiert digitalen Kulturriesen

Behind the Scenes: "FilmFrauen. Die Interviews", hier mit Katja Riemann. Foto: ZDF / Immanuel Hick.

von Arne Bicker

Das ZDF hat ein neues, breit angelegtes Kulturprogramm gestartet. In der Mediathek des Zweiten Deutschen Fernsehens finden sich ab sofort unter „zdfkultur.de“ vielseitige, kulturrelevante Inhalte. Das ZDF nennt das Projekt seinen „digitalen Kulturraum“.

„Mit dem digitalen Angebot ZDFkultur macht das ZDF Kulturinhalte für alle und jederzeit zugänglich, fördert das Verständnis für Kunst und Kultur und ist selbst als Kulturproduzent tätig“, heißt es in einer Medienmitteilung des öffentlich-rechtlichen Senders. „Angelegt als Rubrikenseite in der ZDFmediathek bietet „ZDFkultur“ Inhalte aus den Bereichen Debatte, Musik/Theater, Kabarett, Kino/Gaming, Lesen, Kunst/Design und Reisen/Genuss.“

Die Absicht dahinter: „Die hochwertigen Kulturprogramme der Senderfamilie werden bei ZDFkultur digital neu kuratiert und besser auffindbar“ – so der Sender. Tatsächlich wird der Besucher hier – wie in einem großen Museum – von der Flut und Vielfalt der Inhalte zunächst förmlich erschlagen. Doch die Suche nach neuen Eindrücken, bestens ausgeleuchteten Hintergrund-Informationen und aktuellen Strömungen kann sich lohnen. Wenn man mit der Maus in der Hand ein bisschen gräbt.

Ins Visier nimmt das ZDF besonders eine junge Zielgruppe, die sogenannten Digital Natives, die hier nicht nur Zeitgenössisches in handlich-kurzen Bewegtbildformaten entdecken können, sondern auch virtuelle Kunsthallen besuchen samt langer ‚Laufwege‘ in Form von anklickbaren Besichtigungspunkten und Deutung von Cranach, Richter & Co. In 360-Grad-Videos und Virtual oder Augmented Reality (virtuelle oder erweiterte Realität z.B. durch Einblenden von Zusatzinformationen) erhalten die Nutzer das typische PC-Gaming-Gefühl, selbst über Schritte entscheiden zu können.

Über das interaktive Literaturmodul „Dein Buch“ lassen sich dem eigenen Lesegeschmack entsprechende Bücher entdecken. Im „Geheimnis der Bilder“ werden Geschichten und Fakten zu großen Kunstwerken serviert. Weitere Formate heißen unter vielen anderen „MeetSurfEat“, „Webvideo-Roadtrip“, „Upcoming Places“, „Künstler und ihre Städte“, „Behind the Scenes“, „Gebrauchskunst im Test“, „Oper für Ungeduldige“, „Klassiker in zwei Minuten“, „Mission K“ (Hinter den Kulissen des Klassikbetriebs), „MonoDrama“, „Tanzwelten“, „Webvideolexikon“, „Kunst im politischen Diskurs“, „Lass uns reden!“, „Leading Women“, „Der begehbare Film“, „Volumetrie: Die Zukunft zum Greifen nah“ oder „Kultur-Baustelle Berlin“.

Das ist extrem ambitioniert.

Und dazu greift das ZDF unter anderem auf 35 Kooperationen mit Museen und anderen Kulturinstitutionen zurück. Der Sender will dabei nicht weniger, als die Kultur, was auch immer er darunter versteht, zukunftsfähig zu machen: „Auf ZDFkultur findet die kulturelle Vielfalt unseres Landes ein neues digitales Zuhause.“

Webvideos hinter den Kulissen des Klassikbetriebs, „Mission K“: Die Youtuberin Lisa Ruhfus. Foto: ZDF / Frederik Klose-Gerlich. Grafik über dem Text: ZDF / Städel Museum U. Edelmann.

 

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