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TV-Doku: Zeitungen in Not

ZDF-Autorin Nina Freydag (l.) im Gespräch mit der Lokalreporterin Anja Hummel von der "Lausitzer Rundschau". Foto: Adnane Korchyou

Veröffentlicht am 6. Juli, 2018 | 12:06


Das ZDF-Reportage-Format „zoom“ widmet sich der Zeitungsnot in Deutschland, einem ‚Zeitungsland‘ mit weit über 300 Tageszeitungen. Doch die wachsende Nutzung des Internets bringt die Verlage in eine tiefe Krise. In der Dokumentation „Zeitungen in Not. Was ist uns Journalismus noch wert?(bis 4.7.2019 in der ZDF-Mediathek einsehbar) fragen Nina Freydag und Wulf Schmiese, ob es gedruckte Tagespresse in Zukunft noch geben wird.

Die Autoren haben selbst lange als Presse-Journalisten gearbeitet und erlebt, wie Verlage nach dem Jahr 2000 in Bedrängnis gerieten. Werbeeinnahmen brechen weg, Leser gehen an das Internet verloren.

Viele Redaktionen sind heute halb so groß wie vor der Krise; die Gesamtauflage der deutschen Tageszeitungen hat sich fast halbiert. Die Verlage drängen ins Netz, doch die wenigsten deutschen Leser sind bislang bereit, für Online-Nachrichten zu bezahlen. Die „ZDFzoom“-Autoren fragen, wieso sich Nachrichten im Netz so schlecht verkaufen und ob Qualitätsjournalismus überhaupt noch privatwirtschaftlich finanziert werden kann.

In der Sendung kommt unter anderen Mathias Döpfner, Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), zu Wort, der eine zunehmende Marktverzerrung und Abhängigkeit von Facebook und Google beklagt. Ralf Bremer, Sprecher von Google Deutschland, sieht hingegen Google als wichtigen Partner der Verlage.

Der Medienökonom Prof. Dr. Frank Lobigs von der TU Dortmund wiederum hält die Presse-Verlage im Anzeigengeschäft für chancenlos unterlegen. Eine Folge des Spardrucks der Verlage sei die Marktkonzentration: Zeitungen würden aufgekauft, Redaktionen zusammengelegt, die Vielfalt der Meinungen gehe verloren. Wird das Problem der Zeitungen zum Problem für die Demokratie?

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